Pfarrhaus

 

Die ersten Siedler in Rutenberg waren Mönche, die in Erdhöhlen wohnten. Im 12 Jahrhundert bauten sie dann eine kleine Feldsteinkirche, die im Laufe der Jahrhunderte vergrößert wurde und einen Glockenturm aus Ziegeln bekam. Dahinter baute um 1870 der Pastor sein Pfarrhaus und ein Stallgebäude, einfache solide Backsteingebäude mit schlichten Verzierungen, das Pfarrhaus sogar unterkellert.

Postkarte Pfarrhaus 1907

Danach wurde der Hof um einen Schafstall und die große Scheune erweitert in der Anordnung eines Dreiseitenhofs, so wie man es häufig hier in der Gegend findet. Zu dem Hof gehören noch 180 ha Acker und Wald. Der Pfarrer muss damals ein relativ gut situierter Bauer gewesen sein.

Der Pfarrhof war damals das Dorfzentrum. Er hatte z. B. einen Brunnen, der bekannt war für sein gutes Wasser. Die Kinder wurden hier zum Wasserholen geschickt. Eine Zeitlang war auch die Post hier. Der alten Postfächer dienen uns jetzt als Küchenschrank.

In den 70er Jahren wurde einer der Ställe umgebaut zum Rüstzeitenheim, einem evangelischen Erholungsheim. Im Sommer machten hier evangelische Jugendliche aus der DDR und ihre "Brüder und Schwestern" aus den sozialistischen Nachbarländern Ferien. Dabei war es obligatorisch, dass die jugendlichen Nutzer beim Umbau und der Renovierung der Gebäude mithalfen.

Das hatte nicht immer positive Auswirkungen auf die Bausubstanz. Die unerfahrenen Bauarbeiter mussten mit den wenigen Materialien arbeiten, die man irgendwie organisieren konnte. In die alten Torbögen wurden dann Betonstürze eingebaut und minderwertige Plastikfenster. Die Zwischenräume wurden mit einer wilden Mischung aus Ziegeln dichtgestopft.
Dieses Gebäude lässt sich nur mit sehr viel Aufwand renovieren. Wir haben es erst einmal in einen "Dornröschenschlaf" getaucht.

Postkarte Pfarrhaus Hinterseite